Seminar »Lenins Lehren sind lebendig« Eröffnung

Eröffnungsbeitrag zum Seminar »Lenins Lehren sind lebendig«

Monika Gärtner-Engel, Hauptkoordinatorin der ICOR, 

Liebe Freundinnen und Freunde, Genossinnen und Genossen,

es ist mir eine große Freude und Ehre, Sie und Euch sehr herzlich zu begrüßen im Namen und Auftrag des ICC, der zentralen Koordinierung der revolutionären Weltorganisation ICOR. Der 100. Todestag Lenins wurde zum Anlass genommen, dieses Seminarfür die Zukunftzu organisieren. Es wurde das ganze Jahr über auf allen Kontinenten mit Veranstaltungen, Studienbewegungen, Schulungen und Diskussionen unter den Massen vorbereitet.

In den hundert Jahren seit Lenins Tod hat die Welt gewaltige Umbrüche erlebt und heute ist das ganze kapitalistisch-imperialistische Weltsystem von gewaltigen Krisen gebeutelt. Wir gedenken dabei auch all der revolutionären Kämpferinnen und Kämpfer, die rund um den Globus ihr Leben hingaben, um Lenins und unseren Traum von einer neuen, von jeder Ausbeutung von Mensch und Natur befreiten sozialistischen und kommunistischen Welt zu verwirklichen. Wir rufen auch all den Befreiungskämpferinnen und Befreiungskämpfen in den Gefängnissen wie in Israel oder dem Iran zu, dass sie nicht alleine sind, dass wir ihnen einen Platz hier in dieser Versammlung geben. Wir gedenken insbesondere auch der ermordeten Märtyrerrennen und Märtyrer aus den Kämpfen für Freiheit, Demokratie, nationale Befreiung und Sozialismus wie dem des palästinensischen Volkes. Dafür bitte ich euch alle, euch für eineGedenkminute zu erheben.

Mit seinem verschmitzten Lächeln, das wir aus den wenigen von ihm existierenden Filmaufnahmen kennen, hätte Lenin sicher seine Freude daran gehabt, wer hier zusammen gekommen ist: Jugendliche, Studierenden, Schülerinnen und Schüler, Akademiker und Künstler, Migrantinnen und Migranten, sowie ganz besonders viele Arbeiterinnen und Arbeiter. Manche kommen geradewegs aus den Stahl- und Automobilfabriken, wo gewerkschaftliche und selbständige Streiks gegen die geplante Vernichtung zigtausender Arbeitsplätze und Schließung ganzer Werke sich Bahn brechen. Sie alle werden sich hier austauschen mit den sehr erfahrenen Revolutionären und Kämpfern, die aus34Ländern angereist sind. Allen ein herzliches Willkommen!

Dieses Seminar wird selbst im Kleinen vieles verwirklichen, wofür Lenins Lehren stehen:

  • Dieses Seminar ist Klassenkampf!Es findet nicht im Elfenbeinturm statt, sondern alle hier kommen mitten aus den Kämpfen gegen Ausbeutung und Unterdrückung, gegen die wachsende faschistische Gefahr, gegen Weltkriegsvorbereitung und die begonnene globale Umweltkatastrophe und für die einzig realistische Zukunftsperspektive: den Sozialismus und Kommunismus. Das Seminar findet im Bundesland Thüringen statt, in dem vor kurzem die faschistische AfD bei Landtagswahlen die stärkste Kraft geworden ist – erstmals seit dem Welt Zweiten Weltkrieg in Deutschland! Damit ist dieses Seminar eine offensive Kampfansage gegen die Faschisten als den erbittertsten Feinden des Sozialismus und Kommunismus.

  • Dieses Seminar leistet theoretische Arbeit und trainiert Lenins dialektische Methode.Seine Lehren sind Grundlage und Maßstab unserer heutigen Beurteilung der Wirklichkeit und unserer Prognosen für die Zukunft. Seine dialektische Methode hilft uns, nicht in Dogmatismus zu erstarren sondern die neuen Erscheinungen und wesentlichen Veränderungen im Imperialismus als höchstes und letztes Stadium des Kapitalismus zu erkennen und zu qualifizieren.

  • Dieses Seminar lebt sozialistische Prinzipien und atmet den Geist des proletarischen Internationalismus mit seinen 540 Teilnehmern aus 34 Ländern auf vier Kontinenten.

  • Dieses Seminar kann nur Wirklichkeit werden, weil es auf dem Gedanken der kommunistischen Subbotniks der sozialistischen Sowjetunion fußt.Ihr Gedanke der freiwilligen, aufopferungsvollen und selbstlosen Arbeit und Mehrarbeit für die Gemeinschaft wurde in 15 Teams von Brigadistinnen und Brigadisten Wirklichkeit. Vom Aufbau dieses Zeltes über unsere Ernährung bis hin zu unserer Sicherheit waren und sind sie unermüdlich tätig.

  • Dieses Seminar fordert die Jugend herausund bringt ihre revolutionären Potenziale zum Blühen. Sie haben Lenin studiert, nehmen ihn sich zum Vorbild, werden ihre Beiträge und als ein Höhepunkt eine selbst geschriebene Revue über Lenin hier beitragen.

  • Dieses Seminar wird sich den streitbaren GeistLenins zum Vorbild nehmen – seine proletarische Streitkultur, seine Unversöhnlichkeit gegenüber Opportunismus, Revisionismus und Dogmatismus – immer verbunden mit der schöpferischen Kraft, den wissenschaftlichen Sozialismus in Theorie und Praxis weiterzuentwickeln.

  • Dieses Seminar praktiziert die Kultur der Verschwisterung über alle nationalen, religiösen und weltanschaulichen Grenzen und Unterschiede im historischen, politischen und kulturellen Hintergrund – natürlich auf antifaschistischer Grundlage.

Lenins Leben ist Vorbild für uns alle. Er studierte Jura, hätte mit seinem klugen Kopf sicher eine gut bezahlte Karriere machen können. Aber er entschied sich für ein bescheidenes, berufsrevolutionäres Leben. Er ging nach Petersburg, wo es die größten Fabriken gab und das noch kleine Industrieproletariat seine ganze Aufmerksamkeit – und tiefe Zuneigung erfuhr.

Seine ersten Artikel und Streikaufrufe ließen sich vor der Geheimpolizei nicht verbergen. Er wurde verhaftet, nach Sibirien in die Verbannung geschickt und musste ins Exil fliehen. Unermüdlich und prinzipienfest schmiedete er Bündnisse mit anderen Geflüchteten in den Ländern Europas.

Seine theoretischen Ausarbeitungen in Zeitungen und Büchern fanden oft mit Hilfe seiner Lebensgefährtin Nadeshda Krupskaja als „Postverantwortlicher“ auf geheimen Wegen den Zugang nach Russland.

Auch im Gemetzel des 1. Weltkriegs ließ der Internationalist Lenin die Revolution in Russland und den weltweiten Zusammenschluss der Revolutionäre gegen jeden Burgfrieden nie aus den Augen. Nach der Februarrevolution 1917 schmuggelte er sich dorthin, musste wieder fliehen, schrieb bis heute unwiderlegbare und weitsichtige theoretische Bücher – und wurde der geniale Führer des Proletariats, der Oktoberrevolution und des erstmaligen Aufbaus des Sozialismus in einem Land.

Er war erst 53 als er an den Spätfolgen eines anarchistischen Attentats mit nur 53 Jahren viel zu früh starb.

Mit seinen acht Blöcken wird uns dieses Seminar ein tiefes Verständnis seiner Lehren ermöglichen – niemals als Dogma oder Nostalgie, sondern so wie er selbst immer vorwärts drängend die neuen Erscheinungen und wesentlichen Veränderungen in der Welt analysierte und beurteilte und daraus Schlussfolgerungen für die Tätigkeit der Revolutionäre zog.

Beteiligt euch aktiv, selbstbewusst mit euren Erfahrungen an der kritisch-selbstkritischen Debatte im Sinne einer proletarischen, d. h. freimütigen, prinzipiellen und stets respektvollen Streitkultur. Dann werden wir alle mit einem großen Erkenntnisfortschritt ermutigt und gestärkt, erfüllt von Lenins revolutionärem Optimismus in unsere großen Herausforderungen abreisen – egal an welchem Ort oder in welchem Land dieser Erde.

Hiermit erkläre ich das ICOR-Seminar: „Lenins Lehren sind lebendig!“ für eröffnet.